Der Volkskommunikator - VK

VK – Kapitel 1 – Teil 2

Wieder zurück in der Werkstatt stellte Braun das Frühstück auf den Tisch.

„Schau, die Wurst sieht aus wie dein Penis.“, floskelte Johann. Gerts Gesicht färbte sich rot. Er lächelte gequält. Woher wusste dieser Alte, wie mein Ding aussieht?

„Was ist los?“, bat Johann um Aufklärung. Gert setzte sich und erzählte von der Begegnung mit Brütsches.

„So ein fieses Schwein!“. Däpp spuckte seinen Priem aus dem Fenster und gestand seine Abneigung.

„Übrigens, Kluhnei war eben hier.“

„Kluhnei?, Der war doch grad noch..?“, wunderte sich Gert. Dabei zeigte er raus auf den Gang.

„Morgen kommt die Delegation aus Berlin.“

„Morgen schon?“, Gert stieß einen spitzen Schrei aus. Seine Stimme überschlug sich.

„Ja, gegen 14 Uhr. Wie weit bist du?“, fragte Däpp und verwies auf den Prototyp?

„Keine Sorge. Fast fertig.“, Braun lehnte sich zurück und legte die Beine auf die Tischkante. An den Sohlen klebte der Kot eines Pudels.

Die Zeit flog und am Ende des Tages lag das erste Modell des Volkskommunikators auf dem Tisch. Die Beiden umarmten sich.

„Ein guter Tag. Morgen weiter.“, Johann tippte auf seine Uhr.

„Ja, gleich beginnt mein Theremin Spiel mit der Rohtrieges und danach ist Sport mit Schorsch.“

Die Zwei küssten sich und stoben davon. Ihre Unterkünfte lagen auf dem Weg zur Kantine. Johann schlief rechts. Gert legte seinen Kittel ab und eilte zum Proberaum, wo die Rohtrieges schon mit dem Taktstock wartete.

„Vielen Dank für Ihre Hilfe heute. Das war wirklich knapp.“, bedankte sich Gert bei der großen blonden Frau.

„Schon gut. Auf mich hört der Chef.“, Michaela kniff ein Auge zusammen. Gert wertete die Geste als Blinzeln.

„Warten wir noch auf den Rest.“, sagte die Rohtrieges und verteilte derweil die Noten auf die Ständer.

„Oh, eine Kantate von Brahms.“, freute sich Gert über die heutige Auswahl.

„Ich liebe Brahms.“, lächelte Michaela und begrüßte die anderen Musiker. Alle fanden zu ihrem Platz. Einzig der Stuhl für das Fagott blieb heute leer.

Das kleine Orchester wirkte fahrig und traf nur selten einen Ton. Die Rohtrieges mahnte zu mehr Einsatz. Doch es half nichts. Die Trauer über den Tod des Fagott-Spielers saß tief.

„Das bringt heute nichts. Schluss!“, Michaela brach die Probe ab. Gert schaltete sein Theremin aus. Brummend leerten sich die Röhren. Die Musiker verließen den Raum.

Es blieb etwas Zeit bis zum Beginn der Sportstunde. Er trabte zurück zum Zimmer. Die pubertäre Freundin Ilse hatte einen Brief geschrieben. Zum Lesen legte er sich auf sein Bett. Er lächelte maskulin.

Die Sporttasche stand bereit. Gert griff danach und machte sich auf den Weg zum Turnraum. Dort wartete seit einigen Minuten Schorsch, sein Kumpel aus dem Lager.

Etliche Male schon hatte Kluhnei versucht, kollegial Sport zu treiben. Doch Gert fand stets Ausflüchte. An jenem Tag gab es kein Zurück.

Braun bewegte sich ungelenk. Sport war nicht des Forschers Passion. Tobias Meckweiher aus Sektor 5A blieb das nicht verborgen. Der schöne Athlet bot prompt Hilfe an. Schorsch verschwand hinter einem Stapel Filz.

„Ich bin Tobi.“, strahlte er und hielt dem verdutzten Gert die Hand zum Gruß entgegen.

„Gert.“

„Haben Sie Probleme?“, fragte Tobi den sichtlich konfusen Braun. Der Arm zeigte weiter steif nach vorn. Gert griff danach.

„Ich bin Gert. Mich nennen alle Gert.“

Ihre Hände berührten sich und es war, als würde Tobi ein Blitz durchfahren. Er schloss die Augen. Sein Herz pochte. Gert hatte Mühe, seine Hand aus dem festen Griff zu lösen.

„Lass uns trainieren. Ich zeig dir ein paar Übungen.“

Einfühlsam reagierte Tobi auf Gerts Mängel. Die Beiden übten eine ganze Stunde und merkten nicht, wie die Zeit flog. Schweiß lag in der Luft. Tobis sanfter Kontakt an Gerts Schenkeln zeigte Wirkung. Mit nur wenigen Versuchen lernte er Bewegungen, die er sonst nur aus Filmen von Riefenstahl kannte. Er sog Tobis Hilfe in sich auf.

„Sie sind sehr talentiert. Gehen wir duschen.“, lobte Meckweiher und legte dabei seinen Arm auf Gerts Po.

„Wir könnten doch bei mir weiter üben.“, erhoffte sich Tobi eine Fortsetzung des Abends.

Gerts Lippen wurden schmal, so presste er sie aufeinander. Sein Puls stockte. In seinem Hirn arbeitete die Angst vor Räumen mit Fliesen und nackten Knaben.

„Wollen wir?“, flüsterte Tobi und kniff dabei fordernd in Gerts Po.

„Ich kann nicht.“, sprach Gert mit flacher Stimme und schob Tobis Hand weg. Seine Eigene war kalt und nass vom Schweiß. Meckweiher schien es nicht zu stören.

„Na los!“, Tobi versprühte Charisma und Charme. Er ging den nächsten Schritt.

Gert erstarrte, ob dem Drängen. Er bemerkte Tobis Erregung, welche stramm an seinen Hintern drückte. Er löste sich und rannte in die Umkleide.

„Fescher Bursche.“, murmelte Tobi und sah Gert nach. Dabei spielte er durch das Loch in der Tasche seiner Hose am Geschlecht.

Gert stand in der Umkleide. Seine Gedanken kreisten um Tobi und das, was da eben passiert war. Ohne zu duschen, lief er zurück in sein Zimmer. Er nahm Ilses Brief und lächelte.

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