Der Volkskommunikator - VK

VK – Kapitel 1 – Teil 4

Klatschend sauste der Gürtel auf den nackten Po und hinterließ dicke Striemen.

„Sie sind des Teufels Konkubine!“, frohlockte Brütsches.

Der Chef kommentierte jeden Hieb mit einem spitzen Schrei. Michaela kannte kein Pardon.„Ihr knabenhafter Busen lässt mich beben vor Wonne.“, keuchte Bernd. Artig bedankte er sich nach dem letzten Wisch und zog die Hose hoch. Dann humpelte er zu seinem Schreibtisch. Es hatte den Anschein, als litte er an schmerzenden Hämorriden.

„Heute ist die Planung für das Inselfest. Das Orchester muss neu organisiert werden.“, erinnerte Michaela den Chef.

Bernd bejahte und nestelte in seinem offenen Hosenschlitz. Kurz sah Michaela den Penis. Der Chef grinste breit.

„Die Neue hat heute morgen bereits vorgespielt. Sie bläst wirklich sehr gut.“, lobte Brütsches.

„So so.“, meinte Michaela voll Missgunst. Sie strich sich über den Damenbart und verließ den Raum.

„Das Fagott…“, rief Bernd hinterher. Michaela reagierte nicht. Hart fiel die Tür ins Schloss.

Der Chef nahm die Hand aus der Hose und griff im Regal nach dem Sitzplan des Orchesters. Er rollte ihn auf seinem Schreibtisch aus. Sofort zog sich der Plan wieder zusammen.

„Blöder Mist!“, fluchte Brütsches und rollte den Plan erneut auf. Dann beschwerte er jede Ecke mit einem Ding von seinem Schreibtisch.

„Geht doch!“, grinste Brütsches und malte ein großes F wie Fagott an die Stelle, wo bis vor Kurzem noch Thibault Eduard mit seinem Instrument saß. Die Sekunden flogen dahin. Bernd stand da und schaute auf den Plan.

„Was ist denn das jetzt schon wieder?“

Der Chef entdeckte eine feuchte Stelle auf dem Plan. Er strich über den Fleck und nahm etwas von dem Sekret auf. Daumen und Zeigefinger kreisten übereinander und verrieben die Flüssigkeit. Insgeheim dachte Brütsches: Könnte Sperma sein?

Bernd wischte den Schleim an seine Hose und drückte den Knopf der Sprechanlage. Damit rief er Gert Braun zu sich ins Büro. Wieder rannen die Minuten. Gelangweilt ritzte er ein paar Hakenkreuze in die Lehne des Stuhls. Nur Sekunden später klopfte es an die Tür.

Schüchtern stand Gert vor der schweren Tür. Nur ungern erinnerte er sich an den gestrigen Vorfall im Gang zur Kantine.

„Reinkommen!“, rief es von drinnen. Braun öffnete vorsichtig die Tür und trat in den Raum. Herr Brütsches zeigte auf einen Stuhl und Gert setzte sich. Die ganze Zeit spielte er nervös mit seinem fleischfarbenen Schlips.

Einige Minuten schwärmte Herr Brütsches vom Inselfest. Er erzählte von der langen Tradition und von Thibault Eduards Tod. Gert hörte zu. Der Kopf des Chefs sah aus wie eine Tomate und tanzte auf dem dünnen Hals. Braun schien abwesend und die Worte flogen an ihm vorbei.

„Hören Sie überhaupt zu, Sie Idiot?“

„Wie meinen?“

„Ich sagte, die Winschlett spielt ab sofort das Fagott. Und Sie zeigen ihr alles.“, Brütsches stand kurz vor einem Hirnschlag.

„Ich?“

„Man sind Sie doof.“, tobte Brütsches. Gert lief rot an.

„Die Frau steht morgen 10 Uhr am Tor. Sie holen sie ab und zeigen ihr die Anlage und den Probenraum. Und jetzt raus hier!“

„Jawohl Herr Brütsches.“, Gert verließ das Büro. Der Gang davor bog unmittelbar nach links ab und just als Braun diesen Weg nahm, kam ihm Meckweiher entgegen.

Mit Schwung prallte Tobi auf Gert. Der Österreicher nutzte die Situation sofort aus. Er zog Gert eng an sich und presste seine Hüften heftig gegen dessen Unterleib.

„Was soll denn das?“, fragte Gert irritiert.

„Du willst es doch auch!“,lies Tobi nicht locker und zog Gert fester an sich heran.

„Sie sind ja von Sinnen.“, Gert befreite sich aus der Umklammerung. Erschrocken rannte er zurück in seine Werkstatt.

„So atemlos?“, wunderte sich Däpp.

„Dieser Meckweiher…“, seufzte Gert und sah Johann ohnmächtig an.

„Was war denn?“, hakte Däpp nach.

„Der Kerl hat im Gang seinen Ständer an mich gepresst.“

„Das ist ja widerlich.“, gab sich Johann betroffen.

„Der hat es auf mich abgesehen.“

„Es nützt nichts Gert. Wir kommen nicht umhin, die Produktion vorzubereiten.“

„Du hast Recht. Ich gehe zu Kluhnei und hole das Material.“, Gert nahm die Liste und verließ die Werkstatt.

„Beeil dich!“, rief Johann hinterher.

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